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"Bild" muss Schadensersatz an Mandanten zahlen - Recht am eigenen Bild / Kinderbilder

Erstellt von Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M.karsten.gulden@ggr-law.com
| Persönlichkeitsrecht

Die Bild GmbH & Co.KG wurde wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung zur Zahlung von außergerichtlichen Abmahnkosten verurteilt.

Die Aufnahme und Veröffentlichung von Kinderbildern ist unzulässig, wenn keine vollumfängliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten in die Verbreitung der Bilder vorliegt. (eigener Leitsatz, Anm.d.Red.)

Zum Fall:

Ein f√ľr die "Bild" t√§tiger Fotograf hatte Bilder von zwei Kindern an einem √∂ffentlichen Ort angefertigt. Die Eltern der Kinder genehmigten dem Fotografen die Anfertigung der Bilder unter der Bedingung, dass das Material nicht f√ľr die Bild-Zeitung bestimmt sein d√ľrfe und die Kinder auf der Fotografie auch nicht zu erkennen sein d√ľrften. Der Fotograf gab sich als dpa-Fotograf aus. H√§tten die Eltern gewusst, dass es sich um einen f√ľr die Bild-t√§tigen Fotografen handelt, h√§tten sie weder ihre Erlaubnis zum Anfertigen von Fotografien erteilt, noch dies nachtr√§glich genehmigt. Dies wurde dem Fotografen auch unmissverst√§ndlich mitgeteilt. Kurze Zeit sp√§ter wurde ein Bild der Kinder, welches der Fotograf angefertigt hatte, √ľber die Homepage der "Bild" ver√∂ffentlicht. Die Eltern wurden von Freunden und Bekannten hierauf aufmerksam gemacht.

Die "Bild" wurde zunächst außergerichtlich abgemahnt. Zwar wurde die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben, jedoch wurde die Erstattung der Kosten verweigert.

Daraufhin wurde die "Bild" von beiden Kindern auf Zahlung verklagt.

Die Klage war nach Auffassung des Gerichts teilweise begr√ľndet (mangels Erkennbarkeit eines Kindes nach Auffassung des Gerichts).

Eine Einwilligung war erforderlich. Eine Ausnahme gem√§√ü ¬ß 23 Absatz 1 Nr.1 KunstUrhG lag auch nicht vor, da es nicht um ein Bildnis der Zeitgeschichte handelte. Dies k√∂nne bei Unf√§llen mit t√∂dlichem Ausgang angenommen werden, wenn es um die Berichterstattung √ľber den Unfall an sich, das Opfer, die Ersthelfer etc. gehe, nicht jedoch, wenn die Trauernden im Fokus st√ľnden, die nach dem Unfall den Ort des Geschehens aufsuchen, so das Gericht.

AG Mainz, Az.: 88 C 35/16, Urteil vom 11.08.2016

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