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Verdachtsberichterstattung
Persönlichkeitsrecht|Index

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Missstände und Verfehlungen aufzudecken und hierüber zu berichten sind wichtige Aufgaben von Presse und Medien. Auch Medienberichte über Tatverdächtige in einem Ermittlungs- oder Strafverfahren gehören hierzu. Die Äußerung eines Verdachts kann jedoch schwerwiegende Folgen für die Person haben, um die sich der Verdacht dann dreht. Daher müssen Presse und die Medien sehr sorgfältig und behutsam vorgehen, wenn über einen Verdacht berichtet werden soll. Die Unschuldsvermutung muss hierbei immer beachtet werden.

Folgende Punkte müssen beachtet werden, wenn über einen Verdacht berichtet wird:

  • Es muss einen Mindestbestand an Beweistatsachen geben
  • es muss in Informationsinteresse der Öffentlichkeit an dem Verdachtsfall geben
  • es muss vor der Berichterstattung sorgfältig recherchiert werden
  • dem Betroffenen muss vor die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt worden sein 
  • es darf keine Vorverurteilung stattfinden

Bei der Berichterstattung ist darauf hinzuweisen, dass es sich nur um einen Verdacht handelt. In jedem Einzelfall ist zu prüfen, ob der Verdächtige anonymisiert werden muss. Auch die Gelegenheit zur Stellungnahme ist dem Betroffenen einzuräumen.

Merke:  Auch durch die Stellung von Fragen kann ein Verdacht geäußert werden. 

Beispiel: War X mit Y im Bett?

Die Persönlichkeitsrechte der verdächtigten Personen gebieten eine achtsame Vorgehensweise im Falle einer Verdachtsberichtersattung, da mit einem einzigen Verdacht ein ganzes Leben zerstört werden kann.

gulden röttger rechtsanwälteKanzlei für Urheber- und Medienrecht *2005 Geistiges Eigentum Reputation Medien hat 4,90 von 5 Sternen233 Bewertungen auf ProvenExpert.com