Zum Hauptinhalt springen Zum Seiten-Footer springen

Ab- und Aussonderungsrechte des Gläubigers im Insolvenzverfahren
Vertragsrecht|Index

Das Insolvenzverfahren: Ab- und Aussonderungsrechte des Gläubigers

Der „worst case“ ist eingetreten, der Rechnungsempfänger ist zahlungsunfähig und das Insolvenzverfahren wurde vom zuständigen Amtsgericht eröffnet.

Sofern es sich um eine Forderung wegen einer Dienstleistung handelt, bleibt dem Gläubiger nur noch die Möglichkeit, seine Forderung zur Insolvenztabelle anzumelden. Jedoch fallen die Quotenzahlungen auf die Insolvenzforderungen oft sehr gering aus.

Die Aussonderung

Oftmals empfiehlt es sich dann an den Schuldner unter Eigentumsvorbehalt gelieferte Waren zurückzuholen und gutzuschreiben, da sich hier der Ausfall, der letztendlich abgeschrieben werden muss, verringert. Dies geschieht im Rahmen der Aussonderung. Die Aussonderung wird vorgenommen, wenn Vermögensgegenstände, die nicht dem Schuldner gehören – und somit auch nicht Teil der Insolvenzmasse werden können – wieder aus der Insolvenzmasse herausgezogen werden. Das Aussonderungsrecht steht nur dem eigentlichen Eigentümer zu. Daher empfiehlt es sich bei Warenlieferungen immer zu vereinbaren, dass das Eigentum erst auf den Rechnungsempfänger übergeht, wenn der Rechnungsbetrag vollumfänglich ausgeglichen wurde.Zum leichteren Verständnis möchten wir Ihnen folgendes Beispiel aufführen: Ein Schuldner bestellt bei einem Versandhaus einen Laptop. Der Laptop wird vom Versandhaus unter Eigentumsvorbehalt geliefert. Nach Erhalt des Laptops geht der Schuldner in die Insolvenz. In diesem Szenario fällt der Laptop nicht in die Insolvenzmasse des Schuldners. Sofern das Versandhaus dies wünscht, kann es die Aussonderung beantragen, sodass der Laptop an das Versandhaus zurückzuschicken ist.

Die Absonderung

Als weiteres Recht für einen Gläubiger besteht das Absonderungsrecht. Dies bedeutet, dass durch einen bestimmten Gegenstand die Forderung eines Gläubigers besonders abgesichert ist. Zwar wird dieser Gegenstand im Rahmen des Insolvenzverfahrens verwertet, jedoch wird der sich aus der Verwertung ergebende Erlös nur dem einen Gläubiger zugutekommen, der das Absonderungsrecht inne hat. Auf die übrige Insolvenzmasse erfolgt keine Anrechnung. Diese Absicherung kann beispielsweise durch Vermieterpfandrecht oder eine auf dem Grundstück des Schuldners eingetragene Grundschuld oder Hypothek sein.

Daher ist es immer sinnvoll, auf solche bestehenden Rechte direkt bei der Forderungsanmeldung, die direkt beim Insolvenzverwalter vorzunehmen ist, hinzuweisen. So lässt sich auf diesem Weg evtl. doch noch ein Betrag zur Deckung der eigenen Forderung aus der Insolvenzmasse herausziehen.

gulden röttger rechtsanwälte hat 4,89 von 5 Sternen |240 Bewertungen auf ProvenExpert.com