Robert Barber

Robert Barber Solicitors

Abmahnung Robert Barber Solicitors

Abmahnung Robert Barber Solicitors 2

 

Hier die Abmahnung als PDF

Abmahnung Rechtsanwalt Robert Barber wegen Streaming und Filesharing – Youporn & Xhamster – Achtung Fake

Uns liegt ein Abmahnschreiben einer englischen Kanzlei - Robert Barber - für den Rechteinhaber xfun film Ltd. vor, welches einige Fragen aufwirft. Dem Abgemahnten wird vorgeworfen, dass er über seinen Internetanschluss illegal das Werk „Sucking housewifes reloaded - Julias Pleasure“ angeboten habe.

Bitte verfallen Sie nicht in Panik und übersenden bitte kein Geld an die in der Abmahnung angegebene Kontonummer. Allem Anschein nach handelt es sich um ein Fake. Die Kanzlei Robert Barber selbst gibt an, die Schreiben nicht verschickt zu haben. Der Fake ist besser gemacht als der von vielen anderen Trittbrettfahrern.

Filesharing oder Streaming

Interessant ist, dass der Abgemahnte aufgefordert wird, die Datei zukünftig Dritten nicht mehr über Filesharing-Tauschbörsen anzubieten und  es zu unterlassen, Filmmaterial der Rechteinhaberin über Streamingdienste wie Youporn und Xhamster zu konsumieren oder vorzuführen.

Gerichtliches Auskunftsverfahren?

Angeblich sei auch das gerichtliche Auskunftsverfahren durchgeführt worden. Ein Aktenzeichen wurde nicht genannt und eine Kopie des Beschlusses wurden ebenfalls nicht in Kopie übersendet.

Was wird dem Abgemahnten jetzt eigentlich genau vorgeworfen - illegales Filesharing oder Streaming? Unterlassen soll er beides. Welche Tauschbörse verwendet worden sein soll, wird auch nicht genannt.

Pauschaler Gesamtschadensersatz von 280,00 €

Insgesamt wird eine Pauschalsumme von 280,00 € verlangt, welche nach dem RVG berechnet wird. Es wird ein Gegenstandswert von 1.030,00 € festgelegt. Das ergibt Anwaltsgebühren + Postpauschale von 166,50 €. Hinzu kommt ein Lizenzschaden von 53,50 € und Ermittlungskosten von 65,00 €.

Der Gegenstandswert kann unsererseits nicht so ganz nachvollzogen werden. 1.000 € für den Unterlassungsanspruch. Aber warum 1.030 € und nicht 1.053,50 € (Unterlassungsanspruch + Lizenzschaden) oder 1.118,50 € (Unterlassungsanspruch + Lizenzschaden + Ermittlungskosten).  

Die Abmahnung ist in deutscher Sprache verfasst und wurde dem Abgemahnten per Post übersendet. Die Kanzlei Robert Barber existiert - www.robertbarber.co.uk - hat mit der Abmahnung nach eigener Aussage nichts zu tun.

Eine Abmahnung mit wenigen Informationen - hier geht es nur ums Geld!!!

Über den Rechteinhaber konnten wir nach einer ersten Recherche nichts herausfinden. Der angegebene Film scheint auch nicht zu existieren. Die angegebene IBAN existiert - Geld wird wohl jemanden erreichen. Eine Unterlassungserklärung war der uns vorliegenden Abmahnung ebenfalls nicht beigefügt - daran sind die Betrüger auch nicht wirklich interessiert. Denen geht es nur um das Geld.

Die Abmahnung ist sehr kurz gefasst (2 Seiten) und der Vorwurf ebenfalls. Es wird nur das Datum des angeblichen Verstoßes genannt und nicht die genaue Uhrzeit, was sehr ungewöhnlich ist. Der Vorwurf ist äußerst unpräzise.

Sollte der Vorwurf tatsächlich lauten, dass man eine Urheberrechtsverletzung durch das Betrachten eines Streamingangebotes auf Youporn oder Xhamster, können wir uns kaum vorstellen, dass ein Landgericht nach dem Redtube / U+C Desaster noch einmal einen Auskunftsanspruch bejahen würde. Die aktuell herrschende Rechtsansicht geht auch davon aus, dass das Betrachten eines solchen Streamingangebotes nicht illegal ist und keine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Wenn der Vorwurf illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Dateien über Tauschbörsen lautet, dann fehlen in der Abmahnung einfach zu viele Informationen, die in der Regel immer mitgeteilt werden - verwendete Tauschbörse, genaue Tatzeit, IP-Adresse des Abgemahnten, Hash-Wert der Datei, Az. des Auskunftsbeschlusses. Es wird noch nicht einmal der Provider des Abgemahnten aufgeführt. Angeblich kann man all die Daten bei der Kanzlei Robert Barber anfordern - diese werden Sie nie erhalten. Am Ende der „Abmahnung“ wird auch nur eine Frist für die Zahlung gesetzt, welche natürlich extrem kurz ist. Von einer Unterlassungserklärung ist keine Rede mehr.

Fake oder Wahrheit

Die Abmahnung ist sehr dubios und unprofessionell. Lediglich der Fakt, dass die Abmahnung per Post zugestellt worden ist und dass die Kanzlei tatsächlich existiert, kann den Gedanken aufkommen lassen, dass es sich um eine richtige Abmahnung und keinen Fake handelt.

Fazit: Nicht bezahlen, keine Unterlassungserklärung abgeben

Wir können nur davon abraten, bei Erhalt einer solchen Abmahnung eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben  und bitte insbesondere kein Geld überweisen. Das würden Sie wahrscheinlich nie mehr wieder sehen.

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Rechtsanwalt Tobias Röttger,
LL.M.

Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Röttger hat sich konsequent auf das geistige Eigentum, Social Media, die Persönlichkeitsrechte und das Medienrecht fokussiert. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt, ist Röttger als Blogger und YouTuber tätig.

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