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Mediation
Was ist Mediation?

Veröffentlicht am

"Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen." 
Konfuzius

Konflikte fordern uns heraus. Sie sind unangenehm, können aber förderlich für die Weiterentwicklung sein, sofern sie gelöst werden. Dies gilt sowohl auf der Ebene zwischenmenschlicher Beziehungen wie auch im Geschäftsleben. Doch wie lassen sich Konflikte lösen? Mit rechtsstaatlichen Mitteln? Mit Abmahnungen, Drohungen und Klagen? Meist nicht, denn dort geht es allenfalls um die Durchsetzung von Positionen und Ansprüchen. Es wird nicht nach danach gefragt, was die Parteien eigentlich wollen. Im Wege eines gerichtlichen Vergleichs? Ein guter Vergleich muss allen wehtun, so heisst es. Meist sind die Parteien daher immer alle unzufrieden, selbst dann, wenn sie im gerichtlichen Verfahren gewinnen. Das kann nicht die Lösung sein. Es muss auch anders gehen, so auch Gary Friedman, einer der bekanntesten Mediatoren unserer Zeit.

Eine Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass sie allen Beteiligten gut tut!

Hier setzt die Mediation an.

Im Zeitalter der Neuen Medien gewinnen die Mediation und die alternativen Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktbeilegung mehr und mehr an Bedeutung. Dies liegt unter anderem daran, dass sich bestimmte Konflikte mit den klassischen juristischen Mitteln nicht mehr greifen lassen. Ein weiterer Grund für die Abkehr von den klassischen Prozessen ist die überlange Verfahrensdauer gerichtlicher Prozesse und der damit verbundene Ressourcenverlust (Zeit, Nerven, Geld). Zudem ist der Ausgang eines gerichtlichen Verfahrens stets ungewiss. Hier kommt nun die Mediation ins Spiel. Bei der Mediation geht es nicht um die Frage, wem, was zusteht (Rechtspositionen), sondern, welche Interessen die Parteien tatsächlich haben. Während in der juristischen Auseinandersetzung die durchzusetzenden Positionen meist auch den Endpunkt darstellen, so sind diese im Mediationsverfahren lediglich der Ausgangspunkt des Verfahrens. Es findet ein Perspektivwechsel statt.

Dies kann wahre Wunder bewirken.

»Mediation is to not to have to choose between one right and one wrong«
(Gary Friedman)

Die Mediation stellt daher mit ihrer sachlichen und interessenorientierten Verhandlungsführung eine ernstzunehmende und zusätzliche Option zur Konfliktlösung dar. In den USA ist das Verfahren bereits seit den 1980er Jahren etabliert, hervorgerufen durch Vertreter der Havard University. Begünstigt wurde der Erfolg der Mediation in den USA durch eine Justitzkrise in den 1960er Jahren. Aber auch am anderen Ende der Welt - namentlich in China - gilt der Gang vor Gericht als persönliche Niederlage. Die edlere und sinnigere Variante wird auch hier in der vermittelnden Konfliktlösung gesehen. Ziel der Mediation ist die Konfliktlösung durch die Parteien. Der Mediator nimmt die Rolle des Moderators ein, der den "roten Faden in den Händen hält".

Die Vorteile der Mediation im Überblick

  • Lösung des Konflikts / Klärung der Interessen
  • schneller als ein kontradiktorisches Verfahren (Gerichtsverfahren können sich über Jahre hinziehen)
  • kostengünstiger (keine Gerichtskosten, die Parteien teilen sich das Honorar des Mediators)
  • diskret & vertraulich (keine öffentlichen Verhandlungen, keine Rufschädigung, kein Imageverlust, keine Presse)
  • respektvoll (die Parteien arbeiten zusammen an der Konfliktlösung und nicht gegeneinander)
  • keine Verlierer (die Einigung ist das Ziel, nicht die Durchsetzung von Einzelinteressen)
  • nachhaltig (Parteien können auch künftig Geschäftspartner bleiben, Entstehung neuer Projekte)
  • einvernehmlich (die Parteien lösen den Konflikt nach Maßgabe ihrer eigenen Interessen und nicht nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen)
  • selbstbestimmt (die Parteien entscheiden und gestalten das Verfahren, die Lösung und bestimmen den Mediator)
  • hohe Erfolgsquote (Fachmediationen können eine  Einigungsquote von bis zu 90 % vorweisen)
  • Rechtsweg steht weiterhin offen

Die Vorteile gegenüber einem klassischen juristischen Streitverfahren sind daher offensichtlich. Die Mediation ist in der Regel schneller, kostengünstiger und diskreter als ein klassisches Verfahren. Ein weiterer Vorteil ist, dass es am Ende einer Mediation keine Verlierer und Sieger gibt, sondern eine einvernehmliche und hoffentlich nachhaltige Lösung, die den Weg in die Zukunft ebnet. Ein Konsens, der zu einer "win-win"-Situation für die Parteien führt. Nachfolgend geben wir eine Einführung in die Mediation und erläutern sodann im Anschluss den Ablauf einer Mediation.

Einführung in die Mediation

Mediation (lateinisch Vermittlung) ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes, bei dem unabhängige „allparteiliche“ Dritte die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess begleiten. Die Konfliktparteien, auch Medianten oder Medianden genannt, versuchen dabei, zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. 

Welche Vorteile hat die Mediation im Streitfall?

Die Mediation ist kostengünstiger, schneller und nachhaltiger als ein gerichtliches Verfahren. 

Unterschiede zwischen Mediation und (außer-)gerichtlichem Verfahren

Die Mediation unterscheidet sich von einem (außer-)gerichtlichen Verfahren in wesentlichen Punkten. Der Rechtsberater und der Richter muss sich an das rechtlich Vorgeschriebene halten, während die Mediation alle Arten von Lösungen zulässt, die rechtlich erlaubt sind. Dies hat den Vorteil, dass die Lösungen viel differenzierter und interessengerechter herausgearbeitet werden können. Bei der Mediation geht es um die Herausarbeitung der wahren Interessen der Parteien, während es bei der juristischen Auseinandersetzung lediglich um Positionen geht.

Exkurs: Der Orangen-Fall

Der Orangenfall ist ein sehr schönes Beispiel, welches plastisch vor Augen führt,  was der eigentliche Unterschied zwischen Positionen und Interessen ist:

Es waren einmal zwei Kinder, die stritten um eine Orange. Die Mutter sollte den Streit schlichten und entscheiden, wer die Orange bekommt. Die Mutter schnitt die Orange in zwei Hälften und gab jedem Kind jeweils eine Hälfte der Orange.

Das eine Kind hatte es auf das Fruchtfleisch abgesehen, um sich einen Orangensaft zu pressen und warf die Schale weg. Das andere Kind wollte die Schale der Orange, um damit einen Kuchen zu backen und warf das Fruchtfleisch weg.

Lehre: Beide Kinder haben im Beispiel nur ihre Positionen gegenüber der Mutter geäußert (“ich will die Orange"), nicht jedoch die dahinter stehenden Interessen (Kind 1: Fruchtfleisch/Orangensaft; Kind 2: Orangenschalen/Kuchen backen).

Hätten beide ihre Interessen formuliert, so hätten beide davon profitiert, da jedes Kind das bekommen hätte, was es eigentlich wollte (WIN-WIN-Situation). Das Beharren auf Positionen verbaut diesen Weg.

In der juristischen Auseinandersetzung werden in der Regel stets Positionen (Ansprüche) eingefordert bzw. durchgesetzt. Die eigentlichen Interessen, die dahinter stehen, bleiben meist unberücksichtigt.

Das Beispiel mit der Orange zeigt jedoch deutlich, welch großen Nutzen ein interessenorientiertes Verhandeln für beide Parteien bietet.

Es gibt ein breites Spektrum, während der Gestaltungsspielraum bei einem Urteil sehr eng ist. Wesentlicher Unterschied ist auch, dass bei einem Urteil ein Sachverhalt aus der Vergangenheit beurteilt und geregelt wird. Die gegenwärtigen Verhältnisse spielen keine Rolle und vor allen Dingen der Blick in die Zukunft findet meistens nicht statt. Die Mediation hingegen ist auf die Zusammenarbeit in der Zukunft gerichtet. Dies hat zur Folge, dass die Parteien nach einer Mediation oft als langjährige Geschäftspartner weiterhin zusammenarbeiten, während die Parteien nach einem gerichtlichen Verfahren im Streit auseinandergehen. Der Streit wirkt somit auch in der Zukunft fort. Dies liegt selbstverständlich daran, dass die wahren Interessen der Parteien in einem gerichtlichen Verfahren keine Rolle spielen. Hier gibt es nur Forderungen, die es gilt, mit Zwangsmitteln durchzusetzen. Es geht dann lediglich um die Unterordnung eines Sachverhaltes unter ein Gesetz. Bei der Mediation hingegen stehen die Interessen beider Parteien im Fokus. Die Parteien gestalten selbst die Lösung und tragen damit die Verantwortung für das Ergebnis. Im gerichtlichen Verfahren hingegen trägt der aufgesetzte Richter die Verantwortung für das Ergebnis, da er allein das Urteil spricht.

Kosten der Mediation

Rechtschutzversicherungen haben die Vorzüge der Mediation auch erkannt und übernehmen in der Regel die Kosten der Mediation. Die Deckung der Kosten für ein Mediationsverfahren sind im jeweiligen Rechtschutzversicherungsvertrag geregelt. Hier lohnt sich die Nachfrage bei der Versicherung. In der Regel wird die Arbeit des Mediators nach dem erforderlichen Zeitaufwand honoriert. Gelingt es dem Mediator, die Parteien zur Konfliktlösung zu begleiten, kann für den Fall der Konfliktlösung auch ein zusätzliches Erfolgshonorar vereinbart werden. 

Ablauf der Mediation

Die Mediation gliedert sich in sechs Phasen (Vorbereitungsphase, Themensammlung, Interessenklärung, Kreative Lösungsfindung, Konkrete Lösung, Abschlussvereinbarung). Diese Phasen sind wiederum durch jeweils drei bis fünf Zwischenphasen unterteilt. Wir wollen hier nur die wichtigsten Schritte zur Veranschaulichung erläutern:

1. Vorbereitungsphase

In der Vorbereitungsphase muss zunächst einmal geprüft werden, ob der Sachverhalt geeignet ist, im Wege eines Mediationsverfahrens gelöst zu werden. Geht es beispielsweise um die Auslegung einer Rechtsfrage, wäre das Mediationsverfahren nicht geeignet. Eignet sich der Sachverhalt hingegen für das Mediationsverfahren, sollte ein Mediationsvertrag geschlossen werden, in dem die Eckpunkte des Verfahrens fixiert werden. So herrscht von Anfang an Transparenz und die Parteien können sich im Zweifel hieran orientieren. Im Mediationsvertrag sollte festgelegt werden, ob und unter welchen Bedingungen eine Mediation durchgeführt werden soll. Zudem sollte der Mediator im Vertrag bestimmt werden. Ebenso sollten die Parteien das Honorar des Mediators im Vertrag fixieren. Anzuraten ist zudem eine vertragliche Vereinbarung über die Vertraulichkeit des Verfahrens zu treffen. Zudem sollte für die Dauer des Verfahrens ein "Waffenstillstand" zwischen den Parteien vereinbart werden. Grundsätzlich können die Parteien den Vertrag inhatlich frei gestalten.

2. Themensammlung

Zu Beginn des Verfahrens werden die Punkte herausgearbeitet, die aus Sicht der Parteien unbedingt angesprochen werden müssen, um den Konflikt zu lösen. Im Rahmen dieser Themensammlung wird der Streit dabei aus Sicht der Parteien zusammen gefasst. Hieraus ergibt sich im Anschluss ein Sachverhalt, der sodann strukturiert wird. Dieser Sachverhalt wird priorisiert. Das bedeutet, dass in diesem Stadium festgelegt wird, welche Gewichtung einzelne Aspekte für die Parteien haben und in welcher Reihenfolge diese Aspekte bearbeitet werden.

3. Interessenklärung

Nach der Herausarbeitung der entschiedenen Themen gilt es nun die Interessen der Parteien herauszuarbeiten. In dieser Phase ist der Mediator in besonderem Maße gefragt, da er “in die Köpfe der Parteien schauen muss“. Der Mediator muss hier durch geschickte Moderation und durch die Anwendung bestimmter Kommunikationswerkzeuge den Parteien "auf den Zahn fühlen" um herauszufinden, welche Interessen die Parteien tatsächlich verfolgen. Der Mediator versucht in diesem Stadium zudem, der jeweiligen Partei auch den Standpunkt der anderen Partei verständlich zu machen. Der Mediator muss an dieser Stelle neutral bleiben und darf keine Partei ergreifen. Er muss die Parteien verstehen und darf deren Anliegen nicht bewerten. Auch muss der Mediator dafür sorgen, dass die Parteien lernen, sich gegenseitig zu verstehen.

4. Lösungsoptionen

Sind die Interessen der Parteien geklärt, können die möglichen Lösungsoptionen herausgearbeitet werden. Der Mediator hilft an dieser Stelle durch geschickte Fragestellungen, die Optionen herauszuarbeiten, die tatsächlich auch für die Parteien tragbar sind. Zunächst werden alle möglichen Optionen herausgearbeitet, ohne Rücksicht auf deren Realisierung. Im weiteren Schritt kann dann eine Bewertung der Lösungsoptionen erfolgen. Die Realisierbarkeit spielt dann eine Rolle. Hier können sich die Parteien auch anwaltlich beraten lassen, wenn ihnen eine Bewertung der Optionen nicht möglich ist.

5. Bewertung der Lösungsoptionen - Konkrete Lösungsfindung

Im Anschluss werden die verschiedenen Lösungsoptionen auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft und bewertet. Am Ende steht die konkrete Lösung fest.

6. Abschlussvereinbarung + Umsetzung

Haben die Parteien eine gemeinsame Lösung gefunden, sollte diese in einer Abschlussvereinbarung fixiert werden. Auch hier sind die Parteien frei in der inhaltlichen Gestaltung und nicht durch Gesetzesvorgaben eingeengt. Je nach Inhalt kann die Vereinbarung auch notariell beurkundet werden oder durch einen Rechtsanwalt formuliert werden.

Die Mediation in den Medien

Die Mediation in den Medien gewinnt im Zeitalter des Internets zunehmend an Bedeutung. Dies hat mehrere Gründe. Meist sind bei Konflikten im Film, Fernsehen, Musik, Theater oder Musicalbereich mehrere Mitwirkende an der jeweiligen Produktion beteiligt. Viele Dinge werden noch per Handschlag geregelt;  Verträge gibt es nicht oder die vorhandenen Verträge lassen  sich in alle Richtungen auslegen. Dies alles führt dann dazu, dass die Rechtslage, die Tatsachenlage als auch die Beweislage in medienrechtlichen Konflikten meist durch erhebliche Unsicherheiten geprägt sind. Das wiederum führt zu einer schwierigen Rechtslage, verbunden mit einem hohen Prozessrisiko und ungewissem Ausgang.

Ebenso zentral wie die Kosten ist der Faktor Zeit in den Medien, wenn es zu Konflikten kommt. Kommt es zu Streitigkeiten bei aufwändigen Produktionen kurz vor der geplanten Ausstrahlung, kann dies katastrophale Auswirkungen haben. Langwierige Gerichtsverfahren können bereits aus Zeitgründen keine Klärung herbeiführen.

An dieser Stelle hilft das Verfahren der Mediation in den Medien.

Die Mediation ist bei Konflikten in den Medien das Mittel der Wahl, wenn eine zügige Interessenklärung herbeigeführt werden soll – auch im Hinblick auf die Kosten, da gerichtliche Verfahren erfahrungsgemäß mehr Ressourcen verschlingen als ein Mediationsverfahren. Zwischen der ersten Kontaktaufnahme zum Mediator bis hin zum ersten Gespräch vergehen oft nur wenige Stunden. Meist werden die Konflikte in wenigen Tagen gelöst. Das kann kein gerichtliches Verfahren leisten.

Es gibt zahlreiche Anwendungsfelder für eine Mediation in den Medien.

Da stets mehrere Mitwirkende im Mediensektor an Produktionen und Aufträgen beteiligt sind, sind zahlreiche Konstellationen denkbar, in denen eine Mediation zur Konfliktlösung und Interessenklärung beitragen kann.

Beispiele für Mediationen in den Medien:

  • Konflikte im Rahmen einer Auftragsproduktion
  • Streit zwischen Vertrieb und Produktion
  • Meinungsverschiedenheit zwischen Moderatoren und Sendern
  • Konflikte von Künstlern und Kreativen untereinander
  • Dispute zwischen Verlagen und Autoren
  • Auseinandersetzungen zwischen der Plattenfirma und den Musikern
  • Unstimmigkeiten zwischen Galerien, Malern und Endkunden

 

Wann empfiehlt sich die Durchführung eines Mediationsverfahrens in den Medien?

Ich empfehle im Mediensektor das Verfahren der Mediation anzuwenden, wenn Emotionen im Spiel sind und/oder, wenn eine zügige Lösung herbeigeführt werden muss. Die Medianden aus dem Bereich der Medien schätzen besonders, dass das Verfahren der Mediation der absoluten Vertraulichkeit unterliegt. Presse und andere Medien bekommen in der Regel nichts von dem Verfahren der Mediation mit. Hinzu kommt, dass sich viele Streitigkeiten im Bereich der Medien gerichtlich nicht wirklich klären lassen. Selbst der “Gewinner“ eines gerichtlichen Verfahrens muss viel Zeit und Geld investieren, um am Ende mit einem Urteil dazustehen, dass sich auf einen Sachverhalt aus der Vergangenheit bezieht. Oft ist auch fraglich, ob das jeweilige Urteil oder der gerichtliche Vergleich vollstreckbar ist. Diese Unwägbarkeiten lassen sich durch das strukturierte Verfahren der Mediation ausschalten. Dies honorieren die Medianden aus den Medien. Zuletzt ist zu erwähnen, dass das Verfahren der Mediation erfahrungsgemäß nicht ansatzweise die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens verursacht.

Der Rechtsanwalt als Mediator

Der Rechtsanwalt hat sowohl die Lizenz zum Streiten als auch zum Schlichten. Leider wird dies in der Praxis noch zu oft verkannt, was mitunter sogar berufsrechtliche Folgen haben kann, wenn der Rechtsanwalt seine Mandaten nicht auf die Möglichkeit einer Mediation oder außergerichtlicher Streitbeilegungsverfahren hinweist.

Die Berufsordnung für Rechtsanwälte als auch unsere Zivilprozessordnung verlangen sogar, dass der Rechtsanwalt in erster Linie als Konfliktvermeider und Löser auftreten soll, nicht als Streithahn:

§ 1 Absatz 3 Berufsordnung für Rechtsanwälte

Als unabhängiger Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten hat der Rechtsanwalt seine Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen, rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten,…

253 Absatz 3 Zivilprozessordnung

Die Klageschrift soll ferner enthalten:

1.    die Angabe, ob der Klageerhebung der Versuch einer Mediation oder eines anderen Verfahrens der außergerichtlichen Konfliktbeilegung vorausgegangen ist, sowie eine Äußerung dazu, ob einem solchen Verfahren Gründe entgegenstehen;

Die Betrachtung des Sachverhalts erfolgt aus zwei Blickwinkeln:  Als Anwalt formal juristisch und als Mediator mit Blick auf die Interessen der Parteien, die tatsächlich hinter den möglichen juristischen Ansprüchen stehen.

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