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Facebook - Fotos und Bilder - was gibt es in rechtlicher Hinsicht zu beachten?
Persönlichkeitsrecht|FAQ

Facebook lebt von Bildern. Dennoch sollten Nutzer sich einige Gedanken machen, bevor sie Bilder auf Facebook veröffentlichen, damit es eines Tages kein böses Erwachen gibt. Hier ein paar Tipps:

Welche Fotos dürfen auf Facebook eingestellt werden?

Es klingt fast schon selbstverständlich, trotzdem wird das immer wieder übersehen:

Zunächst ist zu fragen, von wem stammt denn das Bild, was ich da gerade online stelle?

Habe ich es mit meiner Digital- oder Handykamera geschossen, ist dieser Punkt unproblematisch. Liegt der Fall allerdings so, dass ich es aus einer anderen Quelle kopiert habe, kann es sein, dass auf mich Unterlassungs- oder gar Schadensersatzansprüche nach dem Urheberrechtsgesetz zukommen können. Gemäß § 15 I UrhG steht das Vervielfältigung- und Verbreitungsrecht alleine dem Urheber zu. Hat er in meine Veröffentlichung nicht eingewilligt, kann er sich gemäß § 97 UhrG dagegen wehren. Das Recht haben im Übrigen natürlich nicht nur Profifotografen, auch einem guten Freund, der mir seine Schnappschüsse per Email schickt, stehen diese Ansprüche zu, denn man kann nicht automatisch davon ausgehen, dass er durch das Zusenden in die Veröffentlichung einwilligt hat.

Wer ist auf den Bildern zu sehen?

Bin nicht ich, sondern (auch) jemand anderes auf einem Foto abgebildet, ist es wichtig, dass derjenige sein nach § 22 KUG notwendiges Einverständnis zur Veröffentlichung erteilt hat, damit es zu keiner Verletzung seines Persönlichkeitsrechts kommt. Davon macht § 23 KUG nur einige Ausnahmen. War derjenige schon gar nicht mit dem Fotografieren einverstanden, gilt dies erst recht für die Veröffentlichung. War die Person mit dem Foto einverstanden und hat noch fröhlich in die Kamera geschaut, könnte es sein, dass sie ihre Einwilligung stillschweigend erteilt hat. Das ist aber nur der Fall, wenn dem Abgebildeten Zweck, Art und Umfang der geplanten Veröffentlichung bekannt sind. Davon kann man aber bei Schnappschüssen auf einem privaten Geburtstag o. ä. grundsätzlich nicht ausgehen, es sei denn man weist darauf hin.

Einverständnis bei Fotos von Kindern

Bei Kindern muss das Einverständnis von den Erziehungsberechtigten erteilt werden. Sind das meine eigenen Kinder, scheint das ja kein Problem zu sein. Doch sollte man insbesondere bei den Kleinen sich der möglichen Folgen immer bewusst sein. Auch Kinder haben ein Persönlichkeitsrecht, das verletzt werden kann. Da sie dieses Recht aber weder kennen noch einfordern können, obliegt es den gesetzlichen Vertretern des Kindes, über Eingriffe in dessen Privatsphäre zu entscheiden. Damit ist es wichtig, vorher zu prüfen, ob eine Handlung auch im Interesse des eigenen Kindes liegt. Wenn ich die Fotos meines Kindes auf meiner Facebookseite veröffentliche, muss ich mir dessen bewusst sein, dass das Internet nichts vergisst. Selbst gelöschte Bilder können Jahre später noch auftauchen und ihnen im Rahmen des sog. Cybermobbings zum Verhängnis werden. Ganz besonders Strand- und Badebilder der Kids sind am besten auf der eigenen Festplatte oder vielleicht dem digitalen Bilderrahmen aufgehoben, aber nicht in einem Netzwerk mit über einer Milliarde Nutzer.

Grenzen des guten Geschmacks

On nun Kind oder Erwachsener, Extremfälle wie Nacktbilder oder Unfallfotos können Facebook gemeldet werden. Facebook löscht diese Bilder in der Regel schnell. Gegen denjenigen, der solche Bilder ins Netz stellt, kann es zu staatsanwaltlichen Ermittlungen und einer gerichtlichen Verurteilung wegen Beleidigung und Verleumdung kommen. Zum Beispiel wurde letztes Jahr ein 20-jähirger Australier zu 2 Jahren Haft verurteilt, weil er aus Rache Nacktbilder seiner Exfreundin auf Facebook gepostet hatte. Es drohen aber nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, auch auf dem Zivilrechtsweg können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Erfolgen die Gesetzesverstöße durch Eltern gegenüber ihren eigenen Kindern, werden meist auch das Jugendamt und das Familiengericht tätig. 

Was genau macht Facebook mit meinen Bildern?

Es gibt kaum jemanden, der die nötige Zeit und Muße besitzt, sich mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook vertraut zu machen, denn diese sind meist undurchsichtig und interpretationsbedürftig. Wichtig ist aber zu wissen, welche Rechte ich Facebook durch die Veröffentlichung an meinen Bildern gewähre. Die Betreiber von Facebook sichern sich nämlich eine einfache, unentgeltliche Lizenz an den Bildern. Damit kann ich als Urheber mit den Fotos zwar weiterhin verfahren wie ich will, räume Facebook aber auch ein Nutzungsrecht ein. Noch heißt es in den Werbeeinstellungen, dass die Nutzung der Bilder für Werbeanzeigen nicht gestattet ist, eine Änderung für die Zukunft hat sich Facebook jedoch schon jetzt vorbehalten. Ob solche Klauseln aber nach deutschem Recht überhaupt wirksam sind, ist bisher noch nicht entschieden. Insofern bleibt abzuwarten, was die Rechtsprechung demnächst dazu sagen wird.

Natürlich gilt das aber nur solange, bis ich das Bild lösche. Doch auch das Löschen war lange Zeit nicht gleich löschen. Zu erreichen, dass die gelöschten Bilder tatsächlich auch vom Facebook-Server verschwinden hatte mehrere Jahre gedauert. Trotz des Klicks auf den „Löschen“-Button blieb das Bild noch lange gespeichert und mit dem Link abrufbar. Facebook räumte ein, dass das Lösch-System „möglicherweise nicht richtig funktioniert“ habe, dies hat sich aber seit dem letzten Jahr durch das neue Speichersystem geändert. Jetzt verschwinden die gelöschten Bilder (meist nach ein paar Tagen) endgültig. Dass sich aber jemand zwischenzeitlich die Bilder auf den Rechner kopiert und sie jetzt in Besitz hat, kann ich natürlich nicht mehr verhindern! 

Fazit

Das Einstellen von Bildern, wie auch bei allen anderen persönlichen Daten, sollte mit Vorsicht geschehen. Vielleicht lieber mal einige der richtigen Freunde zu einem Dia-Show-Abend einladen, als kommentarloses Posten an der Pinnwand praktizieren. Dann gibt’s zwar keine „gefällt mir“ Klicks, dafür aber einen fröhlichen Abend und ein paar echte Komplimente.

Ansprechpartner
Rechtsanwalt Karsten Gulden Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Karsten Gulden

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht

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+49-6131-240950

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