Zum Hauptinhalt springen Zum Seiten-Footer springen

Content ID - Anspruch
Was ist ein Content ID - Anspruch und wann hat man einen?

Content ID ist ein von Google entwickeltes digitales Fingerabdrucksystem, mit dem urheberrechtlich geschützte Inhalte auf YouTube einfach identifiziert und verwaltet werden können. Auf YouTube hochgeladene Videos werden mit Audio- und Videodateien verglichen, die mit einer Content ID von Urheberrechtsinhabern registriert wurden, um Übereinstimmungen zu finden.

Verwendung von Content ID

Im Jahr 2007 führte das weltweit wohl größte Online-Portal für Videos – YouTube –  das selbst entwickelte System „Content ID“ ein. Hierbei handelt es sich um eine Art Upload-Filter, welcher die auf der Videoplattform hochgeladenen Inhalte auf Urheberrechtsverletzung überprüft. Das sogenannte „Content ID“-System bietet Urheberrechtsinhabern die Möglichkeit, ihre Werke in einer Datenbank speichern zu lassen und ständig mit neuen Uploads anderer Nutzer abgleichen zu lassen. Auf diese Weise lassen sich mögliche Urheberrechtsverletzungen schnell identifizieren und gegebenenfalls Ansprüche geltend machen.

Wie funktioniert das „Content-ID“-System?

Zunächst muss der ausschließliche Rechteinhaber einen Nachweis in Form einer Audio-/Videoreferenz an YouTube erbringen. Aus dieser Referenz erstellt die Software der Datenbank einen sogenannten digitalen „fingerprint“ (dt.: Fingerabdruck) in Form einer ID-Datei (Identifikationsdatei) des Werkes, sodass dieses eindeutig zu erkennen ist.
Der erstellte Fingerabdruck der Datei wird zusammen mit Inhalten aus mehreren Jahrhunderten in einer Datenbank gespeichert. Nachdem für das Werk eine ID geschaffen wurde, scannt die Software nach ähnlichen Inhalten und vergleicht diese. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Audio- oder Videodatei handelt, auch Melodien werden erkannt.

Content ID-System erkennt mögliche Urheberrechtsverletzung
Welche Möglichkeiten hat der Rechteinhaber, wenn das Content ID-System eine mögliche Urheberrechtsverletzung erkennt?

Erkennt das System von Youtube, dass das hochgeladene Material urheberrechtlich geschützt ist, wird ein sog. Content ID-Anspruch erhoben. Dieser eröffnet dem Rechteinhaber 3 Möglichkeiten, wie er gegen die Rechtsverletzung vorgehen kann:

  1. Der Rechteinhaber kann das Video sperren lassen oder wenn urheberrechtlich geschützte Musik verwendet wurde, diese stummschalten oder die Inhalte für bestimmte Plattformen (Apps, Geräte oder Websites) blockieren.
  2. Der Rechteinhaber kann das Video monetarisieren lassen, indem YouTube Werbung schaltet und die Einnahmen dem Rechteinhaber zu fließen. So besteht die Möglichkeit mit seinen Werken Geld zu verdienen. Zuvor muss man sich jedoch für die Monetarisierung bei YouTube angemeldet haben.
    -oder-
  3. Der Rechteinhaber kann sich die Zuschauer-Daten des Videos anzeigen lassen, um so z.B. zu erfahren in welchen Ländern die Inhalte beliebt sind.

Ein Großteil der Rechteinhaber entscheidet sich für die zweite Möglichkeit, die Monetarisierung. Seit der Einführung im Jahr 2007 hat YouTube mehrere Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen ausgezahlt.

Sie haben einen Content ID-Anspruch und möchten gegen den Urheberrechtsverletzer vorgehen?

 +49 6131 240950

KONTAKT

Gegen meinen Upload wurde ein Content ID-Anspruch erhobenen
Mit welchen Folgen muss ich rechnen, wenn gegen meinen Upload ein Content ID-Anspruch erhobenen wurde?

Was mit dem hochgeladenen Inhalt passieren kann, wurde bereits oben erläutert. In den meisten Fällen kann man davon ausgehen, dass der Nutzer nach der Erhebung eines Content ID-Anspruchs mit keinen weiteren Folgen rechnen muss. Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, dass der Rechteinhaber zivilrechtliche Ansprüche oder die Abgabe einer (strafbewehrten) Unterlassungserklärung, unabhängig von Youtube, fordert.

Was kann der Nutzer tun, wenn ein Content ID-Anspruch zu Unrecht erhoben wurde?

Wird gegen einen Upload zu Unrecht ein Content ID-Anspruch erhoben, so besteht die Möglichkeit diesen anzuzweifeln, indem Einspruch erhoben wird. Ab diesem Zeitpunkt hat der Rechteinhaber 30 Tage Zeit den Einspruch zu überprüfen. Innerhalb dieser Zeitspanne kann der Rechteinhaber seinen Anspruch freiwillig zurückziehen (falls dieser irrtümlich erhoben wurde), einen Deaktivierungsantrag stellen oder den Anspruch aufrechterhalten. Wird ein Deaktivierungsantrag gestellt, wird das Nutzerkonto mit einer Urheberrechtsverwarnung versehen. Diese kann zur Folge haben, dass das Konto des Nutzers durch Youtube gekündigt wird und alle Inhalte entfernt werden (gilt für Nutzer, die drei Urheberrechtsverwarnung erhalten haben).

Zeigt der Urheberrechtsinhaber nach Ablauf der 30 Tagesfrist keine Reaktion verfällt sein Content ID-Anspruch automatisch.

Hält der Rechteinhaber seinen Anspruch jedoch aufrecht, besteht die Möglichkeit der Einlegung einer Beschwerde. In diesem Fall wiederholt sich der eben geschilderte Prozess. Eine Besonderheit stellt hier die Beantragung einer sofortigen Deaktivierung dar. Hier erhält der Nutzer ebenfalls eine Urheberrechtsverwarnung gegen diese er sich jedoch mit einer Gegendarstellung zur Wehr setzen kann, sollte er weiterhin davon überzeugt sein, dass der Content ID-Anspruch zu Unrecht erhoben wurde.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit den geltend gemachten Anspruch zu akzeptieren. Weiterhin kann man auch den Musiktitel entfernen/ändern, falls nur diesbezüglich ein Anspruch erhoben wurde.

Zusammenfassung

Das Content ID-System von Youtube bietet für Inhaber von Urheberrechten die Möglichkeit, einfach und schnell Rechtsverletzungen zu erkennen und gegen diese vorzugehen. Hierbei bietet Youtube den Rechteinhabern verschiedene Wege, von seinen Rechten Gebrauch zu machen. Für welche Maßnahmen man sich letztlich entscheidet, hängt von unterschiedlichsten Faktoren (Klicks, Reichweite, etc.) ab.

Aber auch die Nutzer sind gegen einen Content ID-Anspruch nicht schutzlos. Mit den Mitteln des Einspruchs, der Beschwerde und der Gegendarstellung können sie gegen unrechtmäßig erhobene Ansprüche vorgehen.

Ansprechpartner
gulden röttger rechtsanwälte hat 4,89 von 5 Sternen |239239 Bewertungen auf ProvenExpert.com