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Bewertungen auf Amazon nach Amazon-AGB
Wer darf wie bewerten? Was ist zulässig?

Amazon-Bewertungen sind ein wichtiges Instrument, um Produkte von der Konkurrenz abzugrenzen. Der nachfolgende Beitrag erklärt,

  • wer Amazon-Bewertungen abgeben darf,

  • wie diese formuliert werden sollten und

  • welche Bewertungen verboten sind.

Wer darf bewerten?

In den Amazon Geschäftsbedingungen wird in Abschnitt „8 REZENSIONEN, KOMMENTARE, KOMMUNIKATION UND ANDERE INHALTE“, „Besuchern“ das Recht eingeräumt, Rezensionen u.a. zu verfassen.

„Besucher“ sind hierbei bei amazon.de angemeldete User. Bevor man eine Rezension veröffentlichen kann, muss über das Amazon.de Konto der Kauf eines physischen Artikels oder digitalen Inhaltes erfolgreich abgeschlossen worden sein.

Man kann einen Artikel auch bewerten, wenn man diesen nicht direkt bei Amazon gekauft hat.

Wieso darf man mich bewerten?

Wie darf bewertet werden?

Die Bewertungen bei Amazon erfolgen nach einem 5-Sterne-Prinzip. Bei niedrigen Sterne Bewertungen (1-3 Sterne) wird hier von „kritischen“ Bewertungen gesprochen. 4 und 5 Sterne sind „positive“ Bewertungen.

Sterne12345
BedeutungGefällt mir gar nichtGefällt mir nichtIst OKGefällt mirGefällt mir sehr

Weiterhin werden die Rezensionen eingeteilt in verifizierte, bzw. nicht verifizierte Käufe:

„Ist eine Rezension mit dem Zusatz „Verifizierter Kauf“ gekennzeichnet, bedeutet dies, dass Amazon überprüft hat, ob der Rezensent den Artikel bei Amazon gekauft hat und dafür keinen signifikanten Rabatt erhalten hat.“

Die Bewertung selbst kann wiederum von weiteren Amazon Mitgliedern als hilfreich (oder nicht) deklariert werden.

Außerdem muss eine Rezension mindestens einen Titel und 20 Wörter enthalten.

Falls eine Rezension entfernt oder abgelehnt wird, da sie den Richtlinien zu Werbeinhalten nicht entspricht, kann keine weitere Rezension zum selben Artikel abgegeben werden, selbst wenn diese einen anderen Inhalt hat.

Amazon Konto gesperrt wegen Manipulation von Bewertungen
Kontosperre Amazon - Bewertungen, Feedback oder Kundenrezensionen bei Amazon manipuliert

Produktbewertungen und Kundenrezensionen auf Amazon haben neben dem Preis den größten Einfluss auf die Kaufentscheidung der Käufer. Neben dem Kaufpreis sind die Rezensionen auf Amazon die wichtigste Entscheidungshilfe für den Kauf eines Produktes auf Amazon. Auch der Amazon Algorithmus berücksichtigt die Bewertungen. Positive Bewertungen belohnt Amazon mit einem höheren Rang in den Suchergebnissen. Verkäufer, deren Produkte gut bewertet werden, machen mehr Umsatz. Dies führt im Onlinehandel auf Amazon dazu, dass viele Verkäufer manipulierte Bewertungen einsetzen, um besser gelistet zu werden. Es gibt sogar Anbieter, die Bewertungen für Amazon Produkte verkaufen. Dies ist illegal. Wer Kundenrezensionen kauft und auf Amazon einsetzt, begeht einen Wettbewerbsverstoß und verstößt zudem gegen Amazons Rezensionsrichtlinien. Dies duldet auch Amazon nicht und geht rigoros gegen Verkäufer vor, die gefälschte Rezensionen einsetzen. Ein probates Mittel ist die sofortige Deaktivierung des Verkäuferkontos auf Amazon.

Für Amazon gilt der Grundsatz, dass der Kunde König ist. Aus diesem Grunde investiert Amazon sehr viel Geld in die Glaubwürdigkeit des gesamten Portals. Hierzu zählen auch authentische Produktrezensionen. Amazon weist in den Verkaufsrichtlinien und auch im Verhaltenskodex hierauf hin. Falsche, irreführende oder nicht identifizierte Inhalte sind nicht erwünscht. Verkäufer, die hiergegen verstoßen, droht der Verlust der Verkaufsberechtigung als auch die komplette Entfernung vom Amazon Marketplace.

Gefälschte Bewertungen beeinflussen die Kaufentscheidung der Kunden und führen zu einem unlauteren Wettbewerb. Amazon überprüft die Konten der Verkäufer und sperrt zunehmend die Konten. Amazon bittet sogar um Mithilfe und Mitteilung, wenn verdächtige Rezensionen entdeckt werden. Hierfür hat Amazon eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: review-appealsamazon.LÖSCHEN.de

Allerdings kommt es auch immer wieder zu unberechtigten Kontosperrungen, wenn tatsächlich keine Manipulation von Bewertungen stattgefunden hat. In diesen Fällen müssen die Verkäufer allerdings aktiv werden und Amazon in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass keine Manipulation stattgefunden hat. Es muss konkret dargelegt werden, dass ausschließlich echte Kundenrezensionen vorhanden sind und entsprechend argumentiert werden. Verkäufer, deren Konten mit dem Vorwurf der Manipulation von Bewertungen gesperrt werden, ist dringend anzuraten, sich die Beanstandung zu Überprüfung übermitteln zu lassen. Ohne die entsprechende Beanstandung kann keine ordnungsgemäße Überprüfung des Sachverhaltes erfolgen. Die Kontosperrung ist in diesem Fall unverhältnismäßig. Gegebenenfalls muss der Fall einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen werden. Amazon ist Vertragspartner und kein Richter. Auch die Verkäufer haben nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte.

Welche Bewertungen sind verboten?

Die Amazon AGB Nr. 8 sagt hierzu:

„Besucher dürfen Rezensionen, Kommentare und andere Inhalte verfassen, E-Cards und andere Kommunikation senden und Vorschläge, Ideen, Kommentare, Fragen oder andere Informationen einsenden, so lange die Inhalte nicht illegal, obszön, beleidigend, bedrohend, diffamierend, in die Privatsphäre eindringend, rechtsverletzend sind oder anderweitig Dritte verletzen oder unzulässig sind und nicht aus Softwareviren, politischen Kampagnen, werblicher Ansprache, Kettenbriefen, Massensendungen oder jegliche Form von "Spam" besteht oder dies enthält. Sie dürfen keine falsche E-Mailadresse verwenden, sich als irgendeine andere Person oder Gesellschaft ausgeben oder anderweitig über die Herkunft einer Bank- oder Kreditkarte oder anderer Inhalte täuschen […]“(https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html/ref=hp_left_v4_sib?ie=UTF8&nodeId=201909000)

Außerdem sind Rezensionen verboten, die gegen die Community-Richtlinien verstoßen. Diese konkretisieren die Nutzungsbedingungen.

https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=201929730

Zusammengefasst sind laut den Community Richtlinien folgende Bewertungen verboten:

  • Inhalte, die bedrohend, beleidigend, diffamierend, belästigend, obszön, pornografisch oder anstößig sind,
  • Inhalte, die die Privatsphäre anderer verletzen,
  • Fake Bewertungen,
  • Spam Bewertungen,
  • Mehrfachbewertungen,
  • Inhalte, die rein aus Werbezwecken erstellt werden,
  • Inhalte, die gegen geltendes Recht verstoßen (Urheberrecht, Strafrecht…),
  • Inhalte, die illegales Verhalten befürworten oder unterstützen,
  • Rezensionen zum selben Produkt von Kunden aus dem gleichen Haushalt sind nicht gestattet.
Ansprechpartner
Rechtsanwalt Karsten Gulden Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Karsten Gulden

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht

karsten.guldenggr-law.LÖSCHEN.com
+49-6131-240950

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