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Mobbing am Arbeitsplatz – Was kann ich dagegen tun?
Persönlichkeitsrecht|FAQ

Mobbing am Arbeitsplatz – Was kann ich dagegen tun?

Ob Mobbing am Arbeitsplatz eine neueres Phänomen ist oder nur ob nur der Name neu ist, sei dahingestellt. Fest steht jedoch, dass sich in den letzten Jahren immer Menschen darüber beklagen.    

Ein schlechtes Betriebsklima verdirbt nicht nur den Spaß am Job, es schadet auch der Leistung und kann sogar krank machen. Was kann man tun, wenn man am Arbeitsplatz gemobbt wird? Einige häufig gestellte Fragen und die Antworten darauf: 

F: Wie sollte man sich als von Mobbing betroffener Mitarbeiter zunächst verhalten?

A: Zunächst sollte natürlich eine gütliche Einigung gesucht werden, etwa in Form eines klärenden Gespräches. Wenn dies nichts hilft, sollte man mit dem Chef sprechen – falls dieser selbst am Mobbing beteiligt ist, mit dessen Vorgesetztem –  und/oder dem Betriebsrat.

F: Was gibt es für Möglichkeiten, wenn eine gütliche Einigung fehlschlägt?

A: Gegen Mobbing kann man arbeits-, zivil-  oder sogar strafrechtlich vorgehen. Am besten spricht man zunächst mit einem Anwalt      

F: Gibt es den Tatbestand des Mobbing in unserem Arbeitsrecht?

A: Anders als in verschiedenen anderen Ländern gibt es bei uns das Mobbing als speziellen arbeitsrechtlichen Tatbestand noch nicht. Allerdings gibt das Bundesarbeitsgericht vor, Handlungen und Verhaltensweisen, die man landläufig als Mobbing bezeichnet, als Belästigungen im Sinne § 3 Abs. 3 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) zu betrachten und entsprechend darauf zu reagieren.

F: Fällt Mobbing auch unter das Strafrecht?

A: Auch in unserem Strafrecht gibt es das Mobbing als Tatbestand noch nicht ausdrücklich.  Allerdings verstoßen die „Methoden“ des Mobbing häufig gegen Paragraphen des StGB (Strafgesetzbuch) und können je nach dem als üble Nachrede, Beleidigung, Nachstellung (Stalking) und dergleichen bis hin zur Körperverletzung verfolgt werden. In solchen Fällen sollte man gegebenenfalls auch Anzeige erstatten. Oft bleiben Mobbing-Methoden jedoch unter der Strafbarkeitsschwelle.  

F: Welche zivilrechtlichen Konsequenzen können sich aus dem Mobbing ergeben?

A: Wie bei anderen Rechtsverstößen, deren Opfer man wird, kann man in Bezug auf einzelne Handlungen auf Unterlassung oder sogar Schadenersatz bzw. Schmerzensgeld klagen.

F: Was ist formal zu beachten, wenn man ernsthaft – mit Hilfe von Vorgesetzen, des Betriebsrates oder gar mit rechtlichen Mitteln – gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorgehen will?

A: Vor allem sollte man die einzelnen Vorfälle dokumentieren und wenn möglich Beweismittel sichern. Damit lassen sich sowohl die Systematik belegen als auch einzelne Vorfälle, so dass man diese auch gegenüber Vorgesetzten, Betriebsrat oder Gericht konkret mit Zeitpunkt, Anlass und Situation benennen kann.

F: Was muss der Arbeitgeber tun, wenn gemobbt wird?

A: Der Arbeitgeber hat im Rahmen seiner Fürsorgepflicht dafür zu sorgen, dass Mobbing unterbleibt. Dazu muss er wirksame Maßnahmen treffen: mit den mobbenden Mitarbeitern sprechen, sie gegebenenfalls abmahnen und in besonders schweren Fällen unter Umständen sogar kündigen.

F: Was ist hinsichtlich von Ausschlussfristen zu beachten?

A: Betriebsvereinbarungen, Tarif- und  Arbeitsverträge können Ausschlussfristen für Schadenersatzforderungen enthalten. Diese gelten nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichtes auch für Schadensersatzforderungen, die sich aus Mobbingfällen für deren Opfer ergeben. Man sollt sich daher rechtzeitig wehren. Allerdings beginnt eine eventuelle Ausschlussfrist bei Mobbingfällen immer erst mit der letzten Mobbing-Handlung.

Ansprechpartner
Rechtsanwalt Karsten Gulden Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Karsten Gulden

Rechtsanwalt

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