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Rufmord
Persönlichkeitsrecht|FAQ

Der Rufmord im Internet

Der Rufmord und die Verletzung der persönlichen Ehre sind keine Erfindungen der Neuzeit. Bereits in der späten römischen Republik überzog Cicero politische Gegner mit Diffamierungen und Schmähungen, um das Ansehen und den Rang seiner Widersacher zu schädigen.

Der wesentliche Unterschied zur damaligen Zeit besteht darin, dass im Laufe der Zeit immer wieder neue Medien hinzugetreten sind, die das Ausmaß der Folgen einer Rufschädigung in immer neue Dimensionen hievten - vom Buchdruck, über die Zeitungen, zum Fernsehen bis hin zum Internet und den Socials.

Bis vor wenigen Jahren war die Boulevardpresse, stellvertretend sei hier die BILD-Zeitung zu nennen, das "Maß" aller Dinge und DER Übeltäter, wenn es um Verletzungen der persönlichen Ehre und des Ansehens von Personen und Persönlichkeiten ging. Medienopfer konnten dann gegen die jeweilige Tagespresse vorgehen, die dann schnell vergessen wurde, wenn das Blatt im Altpapier landete. In vielen Fällen konnten Betroffene gar passiv bleiben und warten, bis Gras über die Sache gewachsen war.

Diese fast schon paradiesischen Zeiten sind spätestens seit der Alltagstauglichkeit des Internets, sicher aber seit dem Aufkommen der "Sozialen Netzerke" wie Facebook, YouTube, Twitter und Co. sowie der Google-Suche passe. Wer heute geschmäht und diffamiert wird, kann auch morgen und auch in vielen Jahr noch lesen, was vor vielen Jahren geschrieben wurde. Das Internet vergisst ja bekanntlich nicht. Dieser gerne verwendete Spruch steckt leider voller Wahrheit. 

Wer seine Persönlichkeitsrechte, sein Ansehen, seine Ehre schützen will, muss heute aktive werden. Aktiver denn je, denn die Inhalte werden heute weiter verbreitet denn je. In Sekunden. Weltweit.

Was früher die "Bild" war ist heute "das Internet" oder besser gesagt: "Google" - Der Gatekeeper zu nahezu allen Inhalten. Wer spionieren möchte, muss einfach nur die Google-Suche bedienen. Den Namen der zu überprüfenden Person eingeben und schon kommen die Ergbenisse, die der Google-Algorithmus findet. Dieser Algorithmus unterscheidet nicht zwischen wahren und unwahren Tatsachenbehauptungen. Er kennt keine Schmähungen und er wägt keine Interessen ab. 

Dies kann und muss allein der Mensch tun, wenn er sich zur Wehr setzen möchte. Die Mittel sind vorhanden. Sie müssen nur genutzt werden.

Rufmord Fallgruppen

Stets waren Personen des Öffentlichen Lebens und Prominente Opfer von Rufmordkampagnen und Diffamierungen. Über unbekannte Personen oder Unternehmen, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit standen, wurde in der Presse und den Medien nicht berichtet. Dies hat sich im Zeitalter des Internets geändert, da jeder Mensch, der einen Internetzugang hat, ein potentieller Journalist ist, der seiner “Meinung“ freien Lauf lassen kann. So werden in der heutigen Zeit täglich Inhalte über Portale, Internetseiten und die sozialen Medien verbreitet, die großen Schaden anrichten können. Großer Beliebtheit erfreuen sich derzeit sogenannte Bewertungsportale, die die Nutzer geradezu animieren, Bewertungen abzugeben. Auch hier werden große Schäden angerichtet. Allerdings gibt es bereits erste Urteile, die dem Grunde nach Schadensersatzansprüche bestätigen, die über den Ersatz der Rechtsverfolgungskosten hinausgehen.

Kriminell wird es dann, wenn diese Schädigungen zielgerichtet ausgeübt werden und es regelrechten Verleumdungskampagnen und infamen Demütigen kommt. Auch diese Vorgehensweise wird immer stärker praktiziert. Hier sollten strafrechtliche Maßnahmen eingeleitet werden, wenn die zivilrechtliche Ausgangslage geklärt wurde.

Im Zeitalter des Internets und der Google-Suche gibt es keine speziellen Fallgruppen, die Opfer eines Rufmordes werden können. Man kann mittlerweile von einer "Jedermanns Gefahr“ sprechen. 

Rufschädigung von Unternehmen

Immer mehr Unternehmen beklagen Rufmord- und systematische Verleumdungskampagnen im Internet. Diese gilt es in allen Formen zu unterbinden, da sich die negativen Folgen in kürzester Zeit weltweit ausbreiten können. An dieser Stelle müssen die Unternehmen aktiv werden, da die Betreiber der Internetseiten, über die die schädlichen Inhalte abrufbar sind, erst dann haften, wenn sie über den Rechtsverstoß informiert werden. Hier helfen wir unseren Mandanten und haben eigens zur Beweissicherung von Rechtsverletzungen im Internet eine Chrome-Erweiterung (ATOMSHOT) programmieren lassen, die von den betroffenen Unternehmen im ersten Schritt genutzt werden kann. Wir raten an, den Verstoß hiermit zu dokumentieren. Dies erleichtert die anwaltliche Arbeit.

Ziel unserer Arbeit ist zunächst die Eliminierung der schädigenden Inhalte. Im Abschluss prüfen wir dann die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen. Bei der Einleitung strafrechtlicher Maßnahmen beraten wir unsere Mandanten.

Rufmord - Was kann man tun?

Opfer eines Rufmordes sollten aktiv werden: Beweise sichern, mit vertrauten Personen sprechen, sich nach professioneller Hilfe umschauen. Sich passiv zu verhalten kann Nachahmer animieren und die Schäden vervielfachen. Aufgrund der Komplexität und Verknüpfungen des Internets sollte professionelle Hilfe herangezogen werden. In der Regel sollte zunächst die Gesamtsituation erfasst werden, um im nächsten Schritt objektiv und emotionslos die möglichen Handlungsschritte zu erörtern. Erfahrungsgemäß sind Medienopfer emotional in die Angelegenheit verflochten, was menschlich und völlig normal ist. Dies führt dazu, dass die Opfer eines Rufmordes meist nicht in der Lage sind, einen klaren Gedanken zu fassen. Allein aus diesem Grunde ist es anzuraten, die Sache abzugeben. Dies gilt gleichermaßen für Juristen, die sich selbst vertreten wollen. Erfahrungsgemäß wird damit mehr Schaden angerichtet, als Gutes erreicht.

Persönlichkeitsschutz durchsetzen

Opfer eines Rufmordes wollen in Ruhe gelassen werden. Sie wollen aber auch, dass sämtliche Schäden beseitigt werden, die durch den Rufmord entstanden sind. Hierzu zählen sämtliche Unkosten, als auch entgangene Gewinne. Ebenfalls spielen Schmerzensgeldansprüche (Geldentschädigung) eine wichtige Rolle, wenn es zu massiven Persönlichkeitsrechtsverletzungen kommt. Ein Beispiel hierfür ist die Verbreitung von Nackttbildern und pornografischen Videos oder sondtigen Aufnahmen aus dem Bereich der Intimsphäre. Hier sollten die Opfer keine falsche Scham an den Tag legen und alle rechtlichen Register ziehen.

Die rechtliche Situation ist in den meisten Fällen des Rufmordes eindeutig. Das wichtigste an einer erfolgreichen Durchsetzung des Persönlichkeitsschutzes ist, dass die jeweiligen Opfer so schnell wie möglich aktiv werden. Dann lässt sich  -der meist bereits entstandene Schaden- eingrenzen und es besteht die Möglichkeit, diesen nicht ausufern zu lassen.

Ansprechpartner
Rechtsanwalt Karsten Gulden Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Karsten Gulden

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht

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