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Zitate - was darf ich zitieren - Texte, Bilder, Musik, Filme & Co. - wie muss ich zitieren?
Urheberrecht|FAQ

Zitate - jeder kennt sie, doch die wenigsten wissen, wann und wie man richtig zitiert. Wir konzentrieren uns dabei auf die Frage, wie man urheberrechtlich gesch├╝tzte Werke rechtssicher zitiert.

Was ist ein Zitat?

Unter einem Zitat versteht man die ├ťbernahme von einzelnen Stellen und Teilen eines Werkes oder des ganzen Werkes. Werke k├Ânnen bspw.Texte, Bilder, Musik und Filme sein, im Grunde alle k├╝nstlerischen Dinge, die eine besonders erscheinen.

Zitat Beispiele

Bei Texten k├Ânnen einzelne S├Ątze oder Abs├Ątze zitiert werden, in engen Grenzen sogar der ganze Text. Auch ein Bild darf unter bestimmten Voraussetzungen ├╝bernommen werden, ein Filmausschnitt, selbst Teile eines Musikst├╝cks. Der Sinn dahinter ist logisch: f├╝r die Freiheit des Schaffens soll es erlaubt sein, sich mit den Werken anderer, ÔÇ×alterÔÇť Urheber auseinandersetzen zu k├Ânnen.

Wichtig ist dabei: Das zitierte Werk muss bereits ver├Âffentlicht sein, denn das Recht der Ver├Âffentlichung steht nur dem Urheber zu. Daher ist von Zitaten aus privaten Tageb├╝chern ebenso abzuraten wie von einem Zitat aus dem geheimen Gedichtband der Gro├čmutter. Das Zitieren aus und von unver├Âffentlichten Werken ist nur gestattet, sofern eine Einwilligung dazu vorliegt.

Wann darf man zitieren?

Zitieren darf man, wenn die eigenen Worte oder Bilder im Mittelpunkt stehen und nicht das Zitat.

Stichwort: geistige Auseinandersetzung. Keinesfalls darf nur zitiert werden um des Selbstzweck Willens. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, man d├╝rfe alles ├╝bernehmen, solange man nur den Namen des Urhebers und die Fundstelle angibt.

Zitatzweck

Die ├ťbernahme von fremdem Gedankengut darf daher nicht nur erfolgen, weil man es an sich so sch├Ân und treffend formuliert oder abgelichtet findet, nicht einmal der Hinweis auf das Werk eines anderen reicht dann. Erforderlich ist immer ein sogenannter Zitatzweck. Dieser ist dann erf├╝llt, wenn der ├╝bernommene Text als Belegstelle oder Erl├Ąuterungsgrundlage f├╝r selbst├Ąndige Ausf├╝hrungen und ├ťberlegungen dient und somit eine innere Verbindung zu eigenen Gedanken hergestellt wird. Nicht erlaubt ist es daher, wenn das Zitat als blo├čer Zusatz im eigenen Text oder zur Vervollst├Ąndigung eigener Aussagen benutzt wird.

Unzul├Ąssig sind auch Zitate, mit denen man sich die eigenen Ausf├╝hrungen ersparen m├Âchte zur blo├čen Illustration des eigenen Werkes. Faulheit wird auch hier nicht belohnt, sondern vom Gesetzgeber vielmehr damit sanktioniert, dass dieser Straf- und Bu├čgeldvorschriften geschaffen hat. Dem Urheber selbst stehen Unterlassungs- und Schadensersatzanspr├╝che zu. Man darf sich eben nicht mit fremden Federn schm├╝cken. Selbst ehrenwertere Zwecke, indem man etwa f├╝r jemand anderen mit dessen Werk werben m├Âchte, sind genauso fehl am Platz, wie etwa das Zitieren aus reinen Unterhaltungszwecken. Diese Ambitionen m├╝ssen allerdings nicht v├Âllig fehlen, es reicht durchaus, wenn sie neben dem eigentlichen Zitatzweck - der gedanklichen Auseinandersetzung - stehen.

Kleinzitate und Gro├čzitate

Man unterscheidet zwischen einem kleinen Zitat, in welchem man lediglich einen Satz bzw. einzelne Stellen aus einem anderen Werk ins sein eigenes Werk ├╝bernimmt (das nennt der Gesetzgeber so sch├Ân ÔÇ×KleinzitatÔÇť) und einem gro├čen Zitat, bei dem ein ganzes Werk in ein eigenes, selbst├Ąndiges wissenschaftliches Werk ├╝bernommen wird ( ÔÇ×Gro├čzitatÔÇť).

Ein Beispiel f├╝r ein Kleinzitat: die ├ťbernahme eines Satzes in einen Artikel

Ein Beispiel f├╝r ein Gro├čzitat: Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit - wie einer Hausarbeit, Dissertation, einem Artikel, einer Rezension - darf auch etwa ein gesamtes Gedicht ├╝bernommen werden, sofern es sich bei dem Inhalt der Arbeit beispielsweise um eine Er├Ârterung des Gedichts handelt

Bei einem Gro├čzitat muss das ├╝bernommene Werk allerdings nicht nur ver├Âffentlicht, sondern auch erschienen, d.h. in ausreichender Anzahl der Allgemeinheit zug├Ąnglich gemacht sein.

Wie lang darf das Zitat sein?

Zu beachten ist sowohl bei einem Kleinzitat wie auch bei einem Gro├čzitat, dass die L├Ąnge des Zitates nicht au├čer Verh├Ąltnis zum gesamten neuen Werk stehen darf. So darf das Zitat nicht l├Ąnger sein, als dies zum Beleg notwendig ist. Man darf also kein ganzes Gedicht ├╝bernehmen, um die Auseinandersetzung letztendlich bei dem profanen Satz (ÔÇ×Ich finde das Gedicht sehr sch├Ân, weil es dabei um xy geht.ÔÇť) zu belassen.

Quellenangabe und Zitat

Auch der ÔÇ×alteÔÇť Urheber m├Âchte benannt werden. Wer etwas gut gemacht hat soll auch das Lob und die Werbung daf├╝r bekommen, so dass m├Âglichst viele Leute davon erfahren. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und dem Urheber das Recht einger├Ąumt, dass nicht nur sein Name genannt werden muss, sondern dass auch anzugeben ist, woher man das Zitat hat. Der gel├Ąufige Name daf├╝r ist die sogenannte Quellenangabe. Bei der ├ťbernahme ganzer Texte erfordert die Quellenangabe zudem auch die Nennung des Verlags, in dem das Werk erschienen ist. Auch ist kenntlich zu machen, ob ├änderungen oder K├╝rzungen vorgenommen wurden. Die Nennung der Quelle kann nur unterbleiben, wenn die Quelle selbst auf dem benutzten Werkst├╝ck nicht genannt und unbekannt ist. Unabh├Ąngig von gesetzlichen Vorgaben folgt dabei das Zitieren in wissenschaftlichen Texten im Bereich der Geisteswissenschaften unterschiedlichen Systemen, die sich je nach Fachbereich deutlich unterscheiden k├Ânne.

Ein Beispiel: Autor (Name, Vorname) - Titel der Publikation - Heft - Verlag - Erscheinungsjahr - Seitenzahl

Wann darf man Bilder zitieren?

Grunds├Ątzlich k├Ânnen auch Bilder, Laufbilder und Fotos zitiert werden. Es handelt sich dann meist um ein Gro├čzitat, so dass die ├ťbernahme des ganzen Werkes nur f├╝r selbst├Ąndige wissenschaftliche Werke erlaubt ist. Dabei muss das Bild vollst├Ąndig und unbearbeitet ├╝bernommen werden, da andernfalls eine unzul├Ąssige Bearbeitung vorliegen k├Ânnte. Die Anforderungen an ein Gro├čzitat sind - wie dargestellt - deutlich gr├Â├čer als an ein Kleinzitat. Auch Teile von Filmen genie├čen urheberrechtlichen Schutz und k├Ânnen zitiert werden. Dabei d├╝rften f├╝r Filmausschnitte die Anforderungen eines Kleinzitates gelten.

Zitatzweck und Quellenangabe

Das Zitieren muss einen Zweck verfolgen: Es muss eine geistige Auseinandersetzung mit dem ├╝bernommenen Werk vorliegen. Erforderlich ist ein eigenst├Ąndiger Beitrag, um einen inneren Zusammenhang mit eigenen Gedanken zu begr├╝nden. Als Faustformel k├Ânnte man sagen: ein Bild darf nur dann ├╝bernommen werden, wenn gerade dieses Bild notwendig ist, um die eigenen ├ťberlegungen belegen zu k├Ânnen. Auch hier ist die ├ťbernahme zur reinen Illustration nicht ausreichend, auch hier muss das Bild in Relation zu L├Ąnge und Umfang der eigenen geistigen Auseinandersetzung stehen und insgesamt ein neues Werk geschaffen werden. Gleiches wie f├╝r das Textzitat gilt auch beim Bildzitat f├╝r die Quellenangabe.

Fazit

Zitieren erfordert immer einen Zitatzweck und eine Quellenangabe - die Angabe des Urhebers allein ist - trotz weit verbreiteten Irrglaubens - nicht ausreichend. Sofern man sich unsicher ist, gilt es nachzufragen. Bei dem Zitieren von Bildern ist generell anzuraten - um rechtliche Konsequenzen bereits im Vorfeld zu vermeiden - den Urheber oder Rechteinhaber vor ├ťbernahme der Bilder um Erlaubnis zu bitten. Es ist einzelfallabh├Ąngig, ob ein Zitat von der Zitierfreiheit gedeckt ist oder nicht. F├╝r Text- und Bildzitat gilt gleicherma├čen: klar kennzeichnen, was auf dem eigenen Mist gewachsen ist und was nicht.

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