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Racheporno / revenge porn im Internet – strafbar und abmahnfähig, Hausdurchsuchung, Beschlagnahme und Co. drohen!
Persönlichkeitsrecht|FAQ

Es kommt immer öfter vor, dass Nacktbilder oder Sexvideos, die im Rahmen einer Beziehung mit Einverständnis entstanden sind oder die heimlich angefertigt wurden, nach Beendigung derselben im Internet landen – aus Rache und Wut über die Beendigung der Beziehung. Inzwischen wurde durch das OLG Koblenz geurteilt, dass nach Beendigung einer Beziehung, selbst mit dem Einverständnis des Abgebildeten erstellte und übergebene Nacktbilder / Sexvideos, vernichtet oder zurückgegeben werden müssen, wenn der Ex-Partner dies fordert. Einer der Gründe, auf denen diese Entscheidung basiert ist, dass man verhindern möchte, dass es zur Veröffentlichung von Rachepornos kommen kann.

Rechtsanwalt und Fachanwalt Karsten Gulden LL.M. appelliert an die Vernunft möglicher Täter:

„Es ist nachvollziehbar, dass der verlassene Partner frustriert ist und sich abreagieren will. Jedoch sollte dieser einen halbwegs klaren Kopf behalten und sich Gedanken über die Auswirkungen der Veröffentlichung eines solchen Rachepornos / revenge porn machen. Nicht nur für den oder die Abgebildete hat eine Veröffentlichung unangenehme Folgen, sondern auch für den Täter. Es handelt sich nicht um einen Kavaliersdelikt oder einen dummen Jungen-Streich, sondern um eine Straftat, gegen die man mit aller Härte vorgehen muss.“

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Veröffentlichung und Verbreitung von Rachepornos sind strafbar

Wer unbefugt Nacktbilder oder Nacktvideos ins Internet stellt (Rachepornos / revenge porn) macht sich strafbar gemäß § 201 a StGB. Es drohen aktuell bis zu zwei Jahre Gefängnis. Im Rahmen der strafrechtlichen Ermittlungen kommt es in diesen Fällen häufig zu Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen / Beschlagnahmen sämtlicher internetfähiger Geräte und Datenspeicher. Davon können auch schnell mal das Diensthandy und der Dienst-Laptop betroffen sein. Hier muss sich der Täter dann noch mit seinem Arbeitgeber auseinandersetzen. Die Geräte und Datenspeicher, mit denen die Straftat begangen hat, bekommt man in der Regel nicht mehr zurück.

Betrifft der Racheporno einen Seitensprung oder eine andere dritte Person als den aktuellen Partner, besteht in vielen Fällen noch die Peinlichkeit und Unannehmlichkeit, dass man die Hausdurchsuchung gegenüber seinem Ehepartner / Lebenspartner rechtfertigen muss. Hieran sind schon einige Beziehungen gescheitert.

Racheporno ist eine massive Persönlichkeitsrechtsverletzung – Abmahnung und hohe Geldentschädigung

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen drohen in den meisten Fällen noch zivilrechtliche Abmahnungen. Die Strafanzeige dient häufig als Vorbereitung auf die zivilrechtliche Abmahnung. Die Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelt und der Anwalt für Persönlichkeitsrechtsverletzungen kann die Erkenntnisse und Beweise im zivilrechtlichen Abmahnverfahren verwenden. Die Veröffentlichung und Verbreitung eines Rachepornos verletzt massiv die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Person. Die Kosten des Abmahnverfahrens hat der Täter zu tragen. Neben der Verpflichtung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung kommt es in vielen Fällen zur Zahlung einer Geldentschädigung von mehreren tausend Euro. Opfer eines Rachepornos sollten daher umgehend die Beweise für den Verstoß sichern, bspw. mit der kostenlosen Chrome-Extension Atomshot, um den Täter schnellstmöglich dingfest machen zu können und Schlimmeres zu verhindern.

Ansprechpartner
Rechtsanwalt Karsten Gulden Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Karsten Gulden

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht

karsten.guldenggr-law.LÖSCHEN.com
+49-6131-240950

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