Bilderklau und Fotoklau im Internet - Was kann man dagegen tun?

Das Internet ist nicht nur Informationsplattform für Private und Gewerbetreibende, sondern hat auch eine Werbefunktion sowie eine Kommunikationsfunktion. Insbesondere für Urheber birgt das Internet jedoch auch eine Fülle an Gefahren. Durch die Veröffentlichung ihrer Werke im Internet, gibt es viele Möglichkeiten, dass die Urheberrechte an dem Werk verletzt werden.Fotografen, die Ihre erstellten Werke im Internet z.B. auf ihrer Homepage veröffentlichen, laufen Gefahr, dass diese von anderen Internetusern kopiert und weiter verbreitet werden.

Produktfotografien gehören in Onlineshops zu einem guten Angebot. Shopbetreiber oder Anbieter bei eBay haben bei der Gestaltung des Angebots einen zeitlichen und eventuell auch einen finanziellen Aufwand betrieben, umso ärgerlicher ist es, wenn die eingestellten Bilder oder Fotografien dann an anderer Stelle wieder auftauchen

Aber auch der Private, der seine Fotografien im Internet öffentlich zugänglich macht, setzt seine Werke dem ungenehmigten Kopieren durch andere aus.

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Schutz von Fotografien oder Bildern

Ob Bilder oder Fotografien urheberrechtlichen Schutz genießen, lässt sich nur im Einzelfall bestimmen. Grundsätzlich gilt, dass es sich bei dem betroffenen Bild oder Foto um ein Werk handeln muss. Dafür muss eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht sein. Das Bild oder die Fotografie muss eine gewisse Originalität oder Professionalität besitzen.

Bei Fotografien muss hier unterschieden werden zwischen Lichtbildwerken und Lichtbildern. Lichtbildwerke erfordern eine gewisse Schöpfungshöhe im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG.

Bei Lichtbildern gilt zusätzlich § 72 UrhG, der das sog. Lichtbildschutzrecht enthält. Daraus folgt ein Schutz für Fotografien und anderer Lichtbilder oder ähnlicher Erzeugnisse aufgrund der technischen Leistung. Dem Urheber stehen dann zumindest die Leistungsschutzrechte zu.

Der Fotograf eines Lichtbildes oder Lichtbildwerks wird regelmäßig auch als der Urheber im Sinne von § 7 UrhG angesehen.

Bilderklau - unlizenzierte Verwendung fremder Bilder Fotos

Bei Lichtbildern gilt zusätzlich § 72 UrhG, der das sog. Lichtbildschutzrecht enthält.

Verletzte Rechte

Das Kopieren von fremden Fotografien oder Bildern aus dem Internet stellt nicht nur eine Verletzung des Rechts auf Vervielfältigung aus § 16 Abs. 1 UrhG, sondern auch eine Verletzung des Rechts auf öffentliche Zugänglichmachung dar.

Ansprüche des Urhebers (Fotografen)

Der Urheber hat vielfältige Rechte sich gegen die Verletzung zu wehren. Ihm steht ein Anspruch auf Unterlassung und Beseitigung gemäß § 97 Abs. 1 UrhG, ein Anspruch auf Schadensersatz aus § 97 Abs. 2 UrhG sowie ein Auskunftsanspruch aus § 101 UrhG zu.

Reaktionsmöglichkeiten des Urhebers (Fotografen)

Der Urheber kann außergerichtlich im Wege der Abmahnung seine Ansprüche gegen den Verletzer geltend machen. Reagiert der Verletzer auf die Abmahnung des Urhebers bzw. dessen Rechtsbeistand nicht, besteht die Möglichkeit, die Ansprüche im Rahmen einer einstweiligen Verfügung (Unterlassung) bzw. einer Klage (Unterlassung, Auskunft, Schadensersatz) durchzusetzen. 

1. Der Unterlassungsanspruch

Der Unterlassungsanspruch des Urhebers folgt aus § 97 Abs. 1 UrhG und besteht dann, wenn eine Wiederholungsgefahr besteht. Liegt eine Rechtsverletzung vor, so wird die erforderliche Wiederholungsgefahr vermutet, jedenfalls solange noch keine Verjährung eingetreten ist.

Die vermutete Wiederholungsgefahr ist nicht beschränkt auf die konkrete Verletzungshandlung, sondern umfasst auch jede gleichartige Verletzungshandlungen.

Der Unterlassungsanspruch kann mittels einer kostenpflichtigen Abmahnung verfolgt werden. Die Kosten einer derartigen Abmahnung hat gemäß § 97 a Abs. 2 UrhG der Verletzer zu tragen.

Mit der Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung ist der Anspruch auf Unterlassen aus § 97 Abs. 1 UrhG erfüllt.

Wird eine Unterlassungserklärung nicht abgegeben kann der Urheber den Anspruch auf Unterlassen im gerichtlichen Eilverfahren durch eine einstweilige Verfügung durchsetzen. Diese Möglichkeit ist jedoch an die Eilbedürftigkeit gebunden, welche innerhalb eines gewissen Zeitraums nach Aussprechens der Abmahnung wegfällt.

Mit Wegfall der Eilbedürftigkeit kann der Unterlassungsanspruch noch im gerichtlichen Verfahren durchgesetzt werden.

2. Der Schadensersatzanspruch

Dem Urheber steht nach § 97 Abs. 2 UrhG ein Anspruch auf Schadensersatz zu. Die Höhe des zu leistenden Schadensersatzes kann im Urheberrecht auf verschiedenen Wegen bestimmt werden – genauere Informationen finden Sie hier: Die Berechnung des Schadensersatzes im Falle eines Urheberrechtsverstoßes

Der Anspruch kann bei der oben genannten Abmahnung mit verfolgt werden. Wird ihm nicht entsprochen, kann der Geschädigte Urheber Zahlungsklage erheben.

3. Der Auskunftsanspruch

Der Auskunftsanspruch aus § 101 UrhG dient insbesondere der konkreten Bezifferung des Schadensersatzes. So kann der Urheber von dem unberechtigten Nutzer der Fotografie oder des Bildes Auskunft zu der Art und Umfang der Nutzung sowie zu der Dauer derselbigen. Im gerichtlichen Verfahren kann eine Stufenklage erhoben werden, mittels derer zunächst die vorbezeichnete Auskunft verlangt wird und im Anschluss der so ermittelte Schaden ersetzt verlangt wird.

Beweissicherung

Eine Urheberrechtsverletzung ist spätestens in einem gerichtlichen Verfahren unter Beweis zu stellen. Zu diesem Zweck sollten nach Möglichkeit bei Entdeckung der Urheberrechtsverletzung so viele Beweise wie möglich gesichert werden.

Hilfreich sind hier unter anderem ein Protokoll, mit genauer Datum, Uhrzeit und Internetadresse. Ein äußerst guter Nachweis ist ein Screenshot der vorgefundenen Verletzung.

Hinsichtlich der Kosten ist anzumerken, dass derjenige, der widerrechtlich die Urheberrechte eines anderen verletzt zum Ersatz des vollständigen Schadens verpflichtet ist. Hiervon umfasst sind auch die Anwaltskosten des Urhebers die zur Rechteverteidigung anfallen.

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Rechtsanwalt Tobias Röttger,
LL.M.

Rechtsanwalt und Gesellschafter von gulden röttger | rechtsanwälte. Röttger hat sich konsequent auf das geistige Eigentum, Social Media, die Persönlichkeitsrechte und das Medienrecht fokussiert. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt, ist Röttger als Blogger und YouTuber tätig.

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